Liese
Beschreibung:
Am Kamm, der den selben Namen trägt, befindet sich zwischen dem Großen und dem Kleinen Wintersberg ein kaum 2,20m hoher Felsen. Er ist besonders seit Errichtung der Hütte des Vogesenklubs (1961) bekannt geworden.
Die in den Fels gehauene Skulptur hat seit mehr als einem Jahrhundert die Aufmerksamkeit zahlreicher Archäologen erregt.
Es handelt sich dabei um eine sitzende, überlebensgroße, üppige Frau mit nacktem Oberkörper, möglicherweise eine Matrona (d.h. eine Schöpfergottheit und Schutzgöttin des Waldes und derQuellen). Die Skulptur ist sehr alt. Wahrscheinlich stammt sie aus der ersten Zeit der römischen Besetzung, und sie wird im allgemeinen als "Die Liese", "Große Liese" etc. bezeichnet.
Allerdings sieht sie jetzt nicht mehr so aus wie damals, da sie erst 1935, dann durch Beschädigung wärend des II. Weltkriegs stark verändert wurde. 1951 verlieh ihr ein ortsansässiger Künstler (Robert Limacher) das heutige Aussehen, so dass sie nun einer ägyptischen Gottheit ähnelt. Die in ihrer Nähe eingravierten Buchstaben "SI" lassen eine solche Deutung zu. In diesem Falle wäre sie die Göttin Isis, deren Kult von den Ägyptern auf die Römer überging.
Eines ist jedenfalls sicher: die Liese ist archäologisch besonders wertvoll, denn es handelt sich hierbei um den einzigen behauenen Felsen im Elsass
(in Lothringen gibt es weitere). |